Kleine sellemols-parade

Alle zwei Jahre, zum Maifest-Samstag, organisiert unser Mitglied Traudel Schäfer die Kleine Sellemols-Parade und kann dabei auf viel Unterstützung von Helfern aus dem Club, der Nachbarschaft, Verwandten und Freunden rechnen. Was Traudel hier organisiert ist schon eine Augenweide! Sehen Sie selbst!!!

2015: "Alles Mit Räder, uhne Modor, wie vor Hunnerd Johr"

2017 "Sellemols bei nacht"

Rheinpfalz, 29. Mai 2017

Mit Liebestöter, Nachttopf und Wärmflasche

Maikammer: Kleine Sellemols-Parade „bei Nacht“ der Historienfreunde – Nächster Umzug 2019

Sellemols bei Nacht“ – unter dem Motto präsentierten die Historienfreunde Maikammer-Alsterweiler ihre kleine Parade zum Maifest. Alle Akteure, vom dreijährigen Kind bis zum 86-jährigen Urgroßvater, steckten in Nachtgewändern oder trugen Leibwäsche aus der guten alten Zeit.

Die Zuschauer amüsierte, was in Maikammer sellemols bei Nacht alles so war und geschah: Da gehen der Holz- und der Weindieb heimlich um, der mondsüchtige Onkel wandelt, die Oma im Spitzenhemd zeigt darunter ihren „Liebestöter“. Der Bursche, die Leiter am Fahrrad, macht sich auf zum Fensterln. Ein Alsterweilerer – samt Waschtisch beim Umzug mit dabei – vollführt eine Nassrasur. Und ein Maikammerer – mit heruntergelassener Hose – hockt auf dem Donnerbalken, verzieht das Gesicht und reibt sich den Bauch. Da war was los sellemols.

Auch Weinhoheit Maike Bendel nahm an der Parade teil: Wie die Prinzessin auf der Erbse thronte sie auf ihren Kissen. Der Wagen mit dem Bett wurde gezogen von Bürgermeister Karl Schäfer – im kurzen Hemd und weiten Hausschlappen – und seinem Beigeordneten Klaus Humm. Die lustige kleine Parade war unterwegs begleitet von Lachen und viel Beifall.

Der galt nicht zuletzt Traudel Schäfer. Die Sammlerin hat das Ereignis auf die Beine gestellt. Vorgeführte Weißwäsche und alle mitgeführten Utensilien stammten aus ihrem Fundus. Tagelang hat sie jedes Stück gewaschen, gebügelt und geplättet. „Ich weiß jetzt, warum früher die Büglerin ein Beruf war“, erzählte sie über die zeitaufwendige Arbeit mit Leinen und Spitzen. Traudel Schäfer machte sich die Weißzeugnäherei zum Hobby und kann viel erzählen über Waschtage und Wäschebehandlung vor Erfindung der Waschmaschine. 

Was in Maikammer am Samstag über die Maifestmeile zog, war ein mobiles Museum. Die Mitwirkenden marschierten nicht nur in historischer Unter- und Nachtwäsche, sie zeigten, was früher alles zur guten Nacht gehörte: Wärmflaschen, Nachttöpfe, Nachtlicht, Bettbezüge. Zu sehen waren auch Raritäten wie ein gläserner „Bottschamber“. Aus Glas, weil zu Kriegszeiten die üblichen Materialen der Rüstungsproduktion dienen mussten. 

Nach dem Umzug lud Rainer Schäfer die Teilnehmer zum Umtrunk ein. „Nach der Parade ist vor der Parade“, meinte seine Frau. Sie hat sie bereits das Motto für 2019 im Kopf. Die Parade findet alle zwei Jahre zum Maifest statt. Abwechselnd mit der Weinstraßenrallye des Automobilclubs.